Franziskus zum Konzil
18.4.2013 DIE PRESSE, Seite 7.
Franziskus hat sich so deutlich wie noch nie seit seiner Wahl am 13. März hinter das Zweite Vatikanische Konzil gestellt - und Reformen zur Umsetzung der Beschlüsse eingefordert. In der Predigt bei einer Geburtstagsmesse für den 86-jährigen Vorgänger Papst Benedikt XVI. meinte der Papst, die Ideen der Kirchenversammlung vor 50 Jahren seien nur "mangelhaft verwirklicht".
Laut Radio Vatikan sagte er: "In der Kontinuität und im Wachstum der Kirche, ist da das Konzil zu spüren gewesen? Nein, im Gegenteil: Wir feiern dieses Jubiläum und es scheint, dass wir dem Konzil ein Denkmal bauen, aber eines, das nicht unbequem ist, das uns nicht stört." Und weiter: "Um es klar zu sagen: Der Heilige Geist ist für uns eine Belästigung. Er bewegt uns, er lässt uns unterwegs sein, er drängt die Kirche, weiterzugehen. Wir wollen, dass der Heilige Geist sich beruhigt, wir wollen ihn zähmen. Aber das geht nicht."
Bestrebungen zur Rückkehr in die vorkonziliare Zeit erteilte Franziskus eine Absage. Zurückgehen bedeute "dickköpfig zu sein", "törichte Herzen zu bekommen".